Die Glanzzeiten

Fahnenweihe 1961

Die Mitgliederzahl des Männerchors nahm in den Folgejahren stark zu. Der Chor entfaltete eine eigentliche Blüte. 1961 weihte der Verein in einem rauschenden Dorffest seine neue Fahne ein. Alle Dorfvereine feierten mit, sogar der neu gegründete Turnverein, der selber erst grad aus der Wiege gekrabbelt kam. Gähwil war reich, die Stickerei war ein einträglicher Erwerbszweig vieler fleissiger Familien. Wer ein Sticker war, der hatte es gut. Dies zeigte sich auch am üppigen Stickereiwagen, den die Gähwiler am prachtvollen Umzug präsentierten.

 

Ein Blick auf die damalige Getränkekarte: ein Bier für 45 Rappen, der teuerste Wein in 7dl-Qualität für Fr. 7.50.

 

Bei diesen Preisen erwirtschaftete der Männerchor einen Reingewinn von über 1000 Franken. Ein gelungenes Fest! – Nicht nur in der Vereinskasse, sondern auch in der Erinnerung aller Gähwiler.

Vom Löwensaal ins Schulhaus

1962 neigte sich eine Ära ihrem Ende zu: Die Wirtschaft zum Löwen blieb zwar noch einige Jahre bestehen, ihr alter Saal aber genügte den neuen Anforderungen der Vereine nicht mehr. Das neue Schulhaus mit einem separaten Saal stand im Bau und wurde 1964 eingeweiht.

 

Zwei Motoren trieben den Verein in seiner Blütezeit an: Josef Kessler als frohmütiger Dirigent und Emil Holenstein als umsichtiger Präsident und volkstümlicher Theaterregisseur.

Drei Jahre zu spät: die Hundertjahrfeier

Nicht etwa 1978, sondern erst 1981, feierte der Verein sein Hundertjahrjubiläum. Erstmals trug der Chor zu diesem Anlass auch eine eigene Uniform, nämlich ein weisses Hemd und eine blausilberne Kravatte. In diesem Aufzug bestritten die Männerchörler von nun an ihre Konzertauftritte.